Der Weg zum Grafik-Profi, Step by Step
Die Werbebranche ist voll. Mediendesign ist nämlich angesagt. Und trotzdem ist die Nachfrage an Medienprofis ungebrochen groß. Die guten setzen sich immer durch, merk dir das.
Zusammen mit einem Kollegen (Ali-Meta nennt er sich hier), haben wir nun “den Weg zum Profi” verfasst. Ein langer Beitrag, gespickt mit sehr nützlichen Tipps. Das Lesen lohnt sich.
Step 1 – Die innere Einstellung
Profis können nicht alles. Meistens kann ein Profi auch nur eine Sache richtig gut. Das könnte Gestaltung sein oder er kann Programmieren wie kaum ein anderer. Konzentriere dich auf ein Thema, Gestaltung, Fotomanipulation, Programmierung, Technik, 3D-Modelling etc., wichtig ist, dass du dich dafür interessierst und es durchziehen kannst. Am Anfang gibt es noch relativ viele Rückschläge, am Ende wirst du jedoch viel Lob bekommen und Verantwortung tragen. Übrigens werden wir in diesem Artikel auf die Gestaltung eingehen, vieles ist jedoch übertragbar.
Step 2 – Motivation und deine Freizeit
Um richtig gut zu werden brauchst du nicht 10 Stunden am PC verbringen (außer vielleicht bei der Arbeit, aber soweit sind wir noch nicht). Das creatingBlog hat vor kurzer Zeit bereits einen Beitrag zum Thema “Geist eines Webworkers” verfasst. Lese ihn durch und verstehe den Sinn. Ansonsten wirst du vielleicht durch Erschöpfung nicht das Ziel erreichen. Bevor du überhaupt gestaltest, solltest du unbedingt ein solides Selbstbewusstsein haben um später nicht am Burnout-Syndrom zu erkranken.
Step 3 – Gestaltung kennenlernen, spüren
Irgendwo musst du Ideen herbekommen und wissen was gut ist. Gute Gestalter lernen relativ schnell, vorallem wenn ihr selbst die Software kennt, was billig bzw hochwertig wirkt. Haltet die Augen offen, hier gibt es ja regelmäßig Stuff von guten Werken. Bewahrt euch hübsche Arts auf und analysiert sie einfach mal. Überlegt ob ihr es auch so machen würdet, egal ob du die Software Skills hast oder nicht. Kreativ sein kann man lernen, da bin ich überzeugt von. Es ist noch nie ein Meister vom Himmel gefallen, die einen lernen es schneller, vielleicht weil sie schon Zeichnen können oder länger darauf achten.
Step 4 – Klare Ziele setzen
Zu diesem Zeitpunkt hast du dir bereits viele Designideen angesehen. Was gefällt dir am besten? Web? Print? Foto Compositing? Lege dich auf Gebiet fest, falls du es noch nicht getan hast. Ab jetzt solltest du alle möglichen Informationen einholen. Welche Programme werden verwendet? Wer sind meine Vorbilder? Setze dir ein Ziel, es kann sehr einfach sein, zum Beispiel, dass du jeden dritten Tag ein Tutorial durcharbeitest. Oder das du immer auf dem laufenden bleibst, indem du Blogs und Magazine liest und die Dinge ausprobierst.
Step 5 – Lern deine Werkzeuge kennen
Wie jeder Handwerker auch, musst du deine Software kennen. Das ist gar nicht so einfach, sieht man sich die vielen Funktionen an. Deshalb sind Tutorials am Anfang sehr wichtig. Nur so lernst du überhaupt die Funktionen kennen. Außerdem siehst du schnell Ergebisse die nach kurzer Zeit schon gehobener aussehen.
Step 6 – Kombiniere Tutorials und setze deine erste Erfahrungen ein
Du hast jetzt also schon einige Dinge gestaltet. Irgendwann solltest du von den Tutorials wegkommen. Versuche einfach dein Wissen in eigene Projekte zu investieren. Auf jeden Fall solltest du vorher Inspiration sammeln und dir vorab Gedanken zum Werk machen. Oft helfen Scribbles weiter. Natürlich kannst du auch Teile aus Tutorials nehmen. Im Endeffekt sollst du aber sagen können “Hey, das habe ich super gemacht, ein richtig cooles Artwork von mir”. Auch später kannst du dir natürlich Tutorials ansehen, es gibt für jede Erfahrungsgruppe welche.
Step 7 – Mach deine “Marke” bekannt
Mit der Zeit hast du sicherlich einige Werke geschaffen auf die du Stolz bist. Um dich in der Grafik-Szene etwas bekannt zu machen oder auch Lob und Kritik zu sammeln, sind Communitys genau das richtige. Es gibt zahlreiche Foren und Portale die ein Showroom besitzen. Versuche möglichst brauchbare Kommentare zu deinen Werken zu filtern, natürlich gibt es auch viele Anfänger die selbst keine Ahnung von der Materie haben, jedoch trotzdem ihre Meinung abgeben. Höre auf dein Herz, dann klappt es. Auch wenn du viel schlechtes hörst, das ist völlig egal. Du kannst dir natürlich die Meinungen zu Herzen nehmen um dadurch besser zu werden. Aber wenn du wirklich zufrieden damit bist, wirst du auch andere Menschen damit begeistern können. Und rechtfertige dich nicht für deine Werke, dir gefallen sie eben, du musst keine Rechenschaften für deine Gefühle, Ausdrücke oder Lebenseinstellungen ablegen.
Step 8 – Das Hobby zum Beruf machen
Irgendwann hast du viel Erfahrung gesammelt, Kontakte geknüpft und verstehst eine ganze Menge von deinem Handwerk. Du möchtest dein Hobby nun zum Beruf machen. Verständlich, schließlich hast du hart dafür gearbeitet. Gerade in der Medienbranche werden Fachkräfte wie niemals zuvor gesucht. Und da du dich auf ein Thema eingeschossen hast und wirklich gut bist (solltest du wirklich viel geübt haben), kannst du dich als Fachkraft sehen. Viele wollen möglichst viel können, aber niemand kann in allem gut sein. Deshalb ist es ein großer Vorteil, sich auf etwas zu spezialisieren. Natürlich darfst du auch Ahnung (es macht sogar viel Sinn) von anderen Dingen haben, aber das ist eher oberflächig, denn andere kümmern sich um diese Aufgaben. Jetzt musst du dich bewerben. Suche alle Firmen in deiner Umgebung heraus und bewirb dich bei ihnen. Beachte auch die weitreichenden Möglichkeiten im Internet. Google oder Online-Jobbörsen, zum Beispiel die Jobbörse der Arbeitsagentur, können dir viele Informationen geben. Sende auf jeden Fall Referenzen mit und beeindrucke durch deine Kreativität und Zuverlässigkeit.
Step 9 – Gehe deinen eigenen Weg
Arbeitsplatz gesichert, Hobby zum Beruf gemacht. Und nu? Tja, erstmal einen Glückwunsch. Du hast etwas in deinem Leben erreicht, worauf du stolz sein kannst. Aber wer jetzt stehen bleibt, wird vom Markt gefressen. Du musst ständige Motivation zur Weiterbildung haben, die IT- und Medienwelt sind sehr kurzlebig und verändern sich massiv innerhalb von kurzer Zeit. Die guten setzen sichüberall durch, also achte auf deinen Wert.

Taline schrieb am 18. Mai 2009 um 12:12
Das klingt so wunderbar einfach…
Requital schrieb am 19. Mai 2009 um 12:30
hmm, sich nur auf ein Gebiet konzentrieren? Hört sich ja im Prinzip gut an, aber die Gefahr das man dich mit deinen speziellen Fähigkeiten nicht in der Agentur oder Ähnlichem braucht ist somit auch größer.
Ansonsten schön geschrieben.
Timo L. schrieb am 19. Mai 2009 um 22:20
Taline, ja es ist einfach, theoretisch. Praktisch scheitern wohl viele an der Disziplin auch wirklich den Kurs beizubehalten. Aber ich bin der festen Überzeugung das Kreativität lernbar ist.
Requital, das ist definitiv klar, jedoch gibt es ja tausende Agenturen, die Chance steht sehr gut als Fachkraft genommen zu werden, mit etwas Erfahrung sogar in einer gehobenen Position, der Verdienst reicht zum Leben da deutlich aus.
Übrigens folgt in einigen Tagen dazu noch ein kleiner Beitrag, der es noch ein wenig festigen soll.
Requital schrieb am 20. Mai 2009 um 09:10
Klar gibt es tausende Agenturen, aber nicht alle um dich herum. Musst dann entsprechend flexibel sein auch die Möglichkeit in betracht ziehen umzuziehen. Bei mir in der Gegend werden zB nicht viele Leute gesucht, wenn du dich dann auch noch spezialisiert hast, ist die Chance noch viel geriner das man genommen wird.
Klar ich behaupte nicht das was du schreibst falsch ist, nur das man sowas dabei auch beachten muss.
Gruß Requital
Ali-Meta schrieb am 20. Mai 2009 um 15:48
Genau das meinen wir mit diesem Beitrag. Solltest du zum Beispiel Gestalter werden, was willst du denn mit PHP und Co? Du bekommst vielleicht einen Job, kann man damit zufrieden sein? Also ich wäre es nicht. Viel besser ist es wenn du ein Profi bist und nur deswegen eingestellt wirst. Wenn bei dir keine große Agentur mit Aufstiegschancen sind solltest du dich umorientiren, außer du willst gar nicht so hoch kommen.
Eine Ausnahme gibt es jedoch: Du musst als Projektleiter von allen ein bisschen Ahnung haben, hier sieht man es auch: Würde ein Projektleiter jemals etwas designen? Nein er kann es nicht. Er kann nur beurteilen ob es gut ist und was für Techniken evtl. dahinter stecken.
Verstehst du was wir meinen? Bei starken Agenturen hast du so gut wie immer eine bestimmte Richtung, Allrounder sind selten.
Da viele so denken gibt es zuwenig Fachkräfte, die vom Markt regelrecht aufgesaugt werden.
Requital schrieb am 20. Mai 2009 um 15:59
Okay, habs verstanden. Dennoch mein ich das wenn man von mehr als nur seiner Sparte sich etwas auskennt, es sich definitiv nicht negativ auswirkt.;)