Klauen Politiker die Trends von Obama?
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Wir haben uns bei diesem Beitrag viel Mühe gegeben. Wir freuen uns von daher über jede Empfehlung per Facebook oder Google+.Obama ist für mich ein gutes Beispiel was die Haltung zu den neuen Medien angeht. Nicht nur sein Interesse am BlackBerry ist cool, sondern auch was er online treibt. Seine moderne Internetpräsenz ist da nur eine von vielen Dingen. Aber genau diese Website ist anscheinend ein Vorbild für Politiker geworden. (Übrigens: Das Weiße Haus hat auch eine hübsche Website.)
Einige Politiker, eher die beauftragten Agenturen, scheinen sich dort kräftig inspirieren zu lassen. Das ist ja nicht verkehrt, Obama hat ja einen sehr guten Ruf. Ich bezweifel aber stark, das dadurch etwas auf die Politiker selbst rüberschwappt. Gute Politik soll da ganz andere Sachen möglich machen.
Nunja, schauen wir uns nun einige Websites von Politikern oder deren Parteien an.
Relaunch ÖVP
Am 15. April war es soweit. Die ÖVP hat nach harter Arbeit ihre neue Site gelauncht. Positiv aufgefallen sind mir sofrt die Verbindungen zu YouTube, Facebook und Flickr. Fein, der Trend wurde erkannt. Mir gefällt’s. Es gibt sehr viel Inhalt, genug Futter für die Suchmaschinen. Einige Elemente wirken mir jedoch zu sorglos, zum Beispiel das Login-Formular. Dann die Werbebanner am rechten Rand. Schrecklich, erst denkt man es ist Werbung (meiner Meinung nach ein striktes Verbot auf Politik-Seiten!) und dann erkennt man erst, dass sinnvolle Inhalte hinterlegt sind, die aber einfach hingeklatscht aussehen. Ganz schlimm finde ich das Logo, welches dort auch einfach nicht hinpasst und alles andere als kreativ ist.
Abgesehen von den angesprochenen Kritikpunkten gefällt mir die Seite, es ist nämlich gar nicht so einfach, diese Menge an Informationen unterzubringen. Einen kurzen Beitrag gibt es auch auf derStandard.at.
Dieter Althaus
Die Gestaltung gefällt mir auf Dieter Althaus’ Website sehr. Auch die Übersicht bleibt durchgängig erhalten. Einige nette Effekte peppen die Website noch etwas auf. Auch hier fällt mir sofort ein Teaser zum Podcast und zu Twitter auf. Vorallem Twitter ist ja ein mega Trend derzeit. Und der Account wird auch tatsächlich regelmäßig aktualisiert. Fein! Überhaupt gibt es hier sehr viele Neuigkeiten.
Obama
Obama hat wahrscheinlich die Politikerwelle im Internet verstärkt. Seine Website gefällt mir am besten und es kommt mir vor, als wenn einige auf diese Seite aufbauen. Obama betreibt massiv Community-Building. Weiterhin ist seine Website sehr übersichtlich und einfach zu bedienen. Zwar wird viel von Obamas Seite abgeguckt, die Umsetzung finde ich dennoch hier am schönsten. Der Gestalter arbeitet viel mit Lichteffekten und Überfüllungen, so häufig sieht man diese Effekte nicht.
Eure Meinungen
Mich interessiert sehr, was ihr zu den drei vorgestellten Websites sagt. Sind sie kopiert oder findet ihr das alles noch okay?




painsi schrieb am 29. April 2009 um 19:33
Umgesetzt ist die Page der ÖVP meiner Meinung nach etwas besser als die von Althaus, die wirkt irgendwie nicht so stimmig.
An das Original Obama kommen aber beide nicht ran, wobei man schon sagen muss, das die eine der besten Homepages ist die ich kenne.
Übrigens: Netter Blog hier
Ali-Meta schrieb am 29. April 2009 um 20:04
Obamas Seite ist echt die beste die es derzeit gibt im Bereich Politik. Super abgestimmt alles.
Die von Althaus ist auch nicht schlecht, passt zu seinem ehrlichen und offenen Stil.
Übrigens wird bald wieder Neumünster gerockt, denkst du dran, nä?
Björn schrieb am 3. Mai 2009 um 14:03
Mich stört die O-Diskussion. Er hat einen Trend gesetzt, dem zum Glück viele folgen. Das sorgt u.U. für mehr Profil und Authentizität.
Die Optik ist außerdem nicht alles. Wer als Politiker keinen Stab hat, der Websites, Blogs und Socialmedia-Profile mit fundierten und authentischen Inhalten füllt, kann sich den Aufwand auch sparen. Denn dann bietet man zu Worthülsen zusätzlich noch Webhülsen.
Die meisten Wähler (Menschen die keine Websites oder “Web” machen) ziehen sehr wahrscheinlich auch diese Vergleiche nicht. Da ist es dann auch relativ unerheblich ob geklaut, inspiriert oder von einem Trend beeinflusst.
Das Gesamtpaket muss stimmen.
KChristoph schrieb am 3. Mai 2009 um 21:46
Die beiden europäischen Seiten gefallen mir besser als die Seite des Herrn aus den USA. Die Seite aus Österreich könnte noch angenehmer wirken, wenn, wie bereits bemerkt wurde, die werbegeschwängert wirkende rechte Seite nicht wäre … Grundsätzlich sehe ich die große Gefahr, daß auf diese Art und Weise Politiker “schöngeschmückt”, wählbar gemacht werden. Daß, was wirklich ‘drin ist geht zum Teil unter … (Das soll ja z.T. wohl auch so sein …)
Aleks schrieb am 4. Mai 2009 um 07:37
Habe vor einer Weile auch drüber berichtet, finde das ganze ziemlich lustig. Mal ganz unpolitisch gesehen: Ich finde, wie oben schon erwähnt das die ÖVP Seite noch etwas besser aussieht als die von Dieter Althaus.
Nach einiger Bedenkzeit stelle ich mir auch die Frage, sind wirklich ÖVP/Althaus usw. daran schuld? Oder glauben die ganzen Agenturen zur Zeit nur das es so aussehen muss? Ich denke Obama hat da auch gut gezeigt, dass eine politische Seite nicht immer gleich schlecht aussehen muss. Möglicherweise ist das ganze dadurch etwas aufgelockert worden.
Hier der Link zu meinem Artikel: http://www.designpicks.de/dieter-althaus-im-obama-design/
KChristoph schrieb am 4. Mai 2009 um 12:29
Etwas von diesen Betrachtungen hätte diesem Herrn bestimmt nicht geschadet: http://www.frankwaltersteinmeier.de/
… oder ?
Timo L. schrieb am 4. Mai 2009 um 13:56
@Björn
Ich stimme dir voll und ganz zu. “Webhülsen”, nettes Wort.
Aber ich vermute nicht das eine Website den Politiker ein besseres Licht rückt. Das kann nämlich auch ziemlich nach hinten losgehen. Ein Politiker mit super modernen Web-Inhalten und Diensten wird wohl schnell enttarnt werden, wenn er zum Beispiel im Fernsehen totalen Müll labert. Die Enttäuschung wäre groß und man stempelt ihn im Hinterkopf als “nutzlos” ab.
@Aleks, deinen Blog kenne ich von irgendwo her. Dein Beitrag ist aber schon ziemlich kurz ausgefallen, oder?
So schlimm finde ich die Seite vom Steinmeier gar nicht. Cool ist zumindestens das sein Bild sich dem Browserfenster anpasst. Probiert es aus, sieht schon lustig aus.
Aleks schrieb am 5. Mai 2009 um 08:36
Recht hast du, es ist mir damals ins Auge gestoßen und ich wollte es einfach nur an meine Leser weitergeben und keinen großen Artikel daraus machen.
Diese ganze Sache hat den Vorteil, dass sich Politiker auch mal mehr mit aktuellen Medien auseinandersetzen.